HBL Herren I – HG Müllheim/Neuenburg
Nervenkrimi im Kellerduell: Löwen brechen nach Aufholjagd ein – bittere Derby-Niederlage im Abstiegskampf | 24:27 (13:14)

Die Ausgangslage hätte kaum brisanter sein können: Tabellenletzter gegen Vorletzten, Derby-Atmosphäre, volle Ränge in der Malteserhalle – und vier Endspiele um den Klassenerhalt vor der Brust. Als die HandBall Löwen Heitersheim auf die HG Müllheim/Neuenburg trafen, war klar: Dieses Spiel würde mehr sein als nur zwei Punkte. Es war ein Fingerzeig im Abstiegskampf der Herren-Landesliga.
Und genau diese Bedeutung war von der ersten Sekunde an spürbar. Nervosität, Anspannung, viele technische Fehler auf beiden Seiten – ein klassisches Spiel, in dem nicht nur die bessere Mannschaft, sondern vor allem die mental stärkere gewinnen würde. Den besseren Start erwischten dabei die Gäste aus Müllheim.
Während die Löwen noch nach Struktur suchten, nutzte die HG ihre Chancen konsequent und setzte sich früh ab. Bereits in der 11. Minute stand ein ernüchterndes 3:9 aus Sicht der Hausherren auf der Anzeigetafel.Doch die Löwen bewiesen Moral. Angetrieben von der lautstarken Kulisse in der voll besetzten Malteserhalle besannen sie sich auf ihre Stärken. Die Abwehr stabilisierte sich zusehends, im Angriff wurden die Chancen geduldig herausgespielt. Beim Stand von 10:14 in der 24. Minute begann dann eine Phase, die zeigte, welches Potenzial in der Mannschaft steckt: Mit sechs Toren in Folge drehten die Löwen das Spiel auf 16:14 – eine beeindruckende Serie, die die Halle zum Beben brachte.
Trotz dieser Aufholjagd ging es mit einem knappen 13:14-Rückstand in die Halbzeitpause. Doch die Hausherren blieben dran und setzten nach dem Seitenwechsel noch einen drauf: In der 36. Minute führten die Löwen erstmals deutlich mit 18:15. Das Spiel schien zu kippen. Was folgte, war jedoch ein Déjà-vu, das sich wie ein roter Faden durch die Saison zieht. Statt die Führung souverän zu verwalten, verfielen die Löwen wieder in alte Muster. Nervosität und Unsicherheit kehrten zurück, einfache Fehler in Angriff und Abwehr häuften sich.
Die HG Müllheim/Neuenburg witterte ihre Chance – und nutzte sie eiskalt. Mit einem eigenen Lauf von fünf Treffern in Folge drehten die Gäste die Partie erneut und gingen mit 18:20 in Führung.Die Löwen kämpften, doch die Verunsicherung war spürbar. Am Ende mussten sie sich im so wichtigen Derby mit 24:27 geschlagen geben – eine Niederlage, die besonders schmerzt.
Entsprechend groß war die Enttäuschung nach dem Schlusspfiff. Der Teammanager fand deutliche Worte:
„Es ist extrem bitter. Wir schlagen uns wieder einmal selbst. Wir haben das Zeug dazu, solche Spiele zu gewinnen – aber wir schaffen es nicht, unsere Leistung konstant über die gesamte Spielzeit abzurufen.“
Auch Trainer Sommerkorn zeigte sich ratlos:
„Die Qualität ist da, das sieht man in Phasen wie unserer Serie im ersten Durchgang. Aber wir sind zu nervös, zu angespannt. Daraus entstehen Unsicherheiten, und die führen zu Fehlern – sowohl in der Abwehr als auch im Angriff. Das zieht sich leider durch.
Für die Löwen wird die Situation damit immer prekärer. Drei Spiele bleiben noch, um den Klassenerhalt rechnerisch möglich zu machen – eine Herkulesaufgabe. Die HG Müllheim/Neuenburg hingegen kann mit neuem Selbstvertrauen in die kommenden Begegnungen gehen. Für die HandBall Löwen Heitersheim bleibt die Hoffnung, dass sie in den verbleibenden Spielen endlich das abrufen, was zweifellos in ihnen steckt – und sich doch noch für ihren Kampf belohnen.
Die Löwen treten am kommenden Sonntag, den 19.04.2026 um 14 Uhr in Zunsweier gegen den Tabellenzweiten an. Gäste und Fans sind willkommen, im Mannschaftsbus mitzureisen.
Es spielten für die HandBall Löwen Heitersheim (Tore): Moritz Bermeitinger (5), Veit Bermeitinger (4), Sebastian Loose (4), Lars Suttner (4), Sandro Argenziano (3), Vincent Hofmann (2), Corvin Schmälzle (1), Marius Sonst (1), Linus Bredemeyer, Julius Hofmann, Jonas Kruck, Niklas Meyer, Sebastian Frederic Schnitzer, Frederik Schüle, Hendrik Sonst, Constantin Vasconi