HSG Willstätt/Hanauerland III – HBL Herren I

Löwen zeigen Charakter: Mit kleinem Kader zum Auswärtssieg | 30:35 (17:16)

Löwen zeigen Charakter: Mit kleinem Kader zum Auswärtssieg

 

Mit nur neun Feldspielern gewinnen die HandBall Löwen Heitersheim bei der HSG Willstätt/Hanauerland III mit 35:30 (16:17). Ein herausragender Julian Lennartz im Tor, ein stark aufspielender Philip Leslie und eine geschlossene Mannschaftsleistung prägen den Erfolg. Die Handschrift des neuen Trainers Selcuk Cinar wird dabei zunehmend sichtbar.

 

Willstätt. Wenige Wechselmöglichkeiten und ein starker Gastgeber mit einem breit besetzten Kader: Die HandBall Löwen Heitersheim standen am Samstagabend in der Hanauerlandhalle vor einer anspruchsvollen Aufgabe. Mit gerade einmal neun Feldspielern traten sie bei der HSG Willstätt/Hanauerland III an. Doch die Löwen nahmen die Herausforderung an und belohnten sich mit einem bemerkenswerten 35:30-Auswärtssieg in der Bezirksoberliga.

 

Heitersheim fand gut in die Begegnung. Moritz Bermeitinger erzielte die ersten beiden Treffer zur 2:0-Führung. Die Gastgeber nahmen Veit Bermeitinger bereits nach den ersten Aktionen in enge Manndeckung und versuchten damit, seinen Einfluss auf das Angriffsspiel einzuschränken. Die Löwen fanden jedoch Antworten: Seine Mitspieler übernahmen Verantwortung und nutzten die entstehenden Räume.

 

Besonders der junge Philip Leslie belebte das Heitersheimer Spiel. Mit starken Einzelaktionen, einem guten Blick für seine Mitspieler und eindrucksvollen Pässen setzte er immer wieder Akzente. Er schuf Möglichkeiten, brachte seine Mitspieler in gute Abschlusspositionen und überzeugte als bester Feldspieler der Löwen. Seine vier Treffer waren dabei nur ein Teil seines wertvollen Beitrags.

 

Zunächst legten die Gäste immer wieder vor, ehe sich eine ausgeglichene Begegnung entwickelte. Die Heitersheimer Abwehr präsentierte sich dabei so geschlossen und stabil wie bislang noch nicht in dieser Saison. Dahinter erwischte Julian Lennartz einen hervorragenden Tag. Mit sehenswerten Paraden entschärfte er wichtige Abschlüsse und war gerade in kritischen Phasen ein starker Rückhalt.

 

Dennoch gelang es Willstätt kurz vor der Pause, sich vom 14:14 auf 17:14 abzusetzen. Die Löwen hielten dagegen: Lars Suttner und Jonas Kruck verkürzten noch vor dem Seitenwechsel auf 16:17. Kruck traf erst zwei Sekunden vor der Halbzeitsirene und sorgte dafür, dass die Gäste mit unmittelbarem Anschluss in die Kabine gingen.

 

Dort setzte Selcuk Cinar einen wichtigen Impuls. Die emotionale Ansprache des neuen Trainers zeigte Wirkung. Nach dem Seitenwechsel setzte seine Mannschaft noch konsequenter um, was sie in den intensiven Trainingseinheiten geübt und einstudiert hatte. Die Absprachen in der Defensive griffen, im Angriff wurden die Abläufe mit Überzeugung ausgespielt. Die Handschrift des Trainers war deutlich erkennbar.

 

Zunächst blieb die Partie offen. Moritz Bermeitinger glich per Siebenmeter zum 17:17 aus und brachte Heitersheim wenig später mit 19:18 wieder nach vorne. Willstätt antwortete und lag nach gut 39 Minuten nochmals mit 21:20 in Führung. Es sollte die letzte Führung der Gastgeber bleiben.

 

Anschliessend übernahmen die Löwen das Kommando. Moritz Bermeitinger erzielte den Ausgleich, Jonas Kruck traf zweimal hintereinander. Linus Bredemeyer und Philip Leslie erhöhten auf 24:21 und 25:21. Fünf Treffer in Folge innerhalb von knapp fünf Minuten brachten die entscheidende Wende. Auch eine Auszeit der Gastgeber konnte diesen Lauf nicht stoppen.

 

Die Grundlage dafür bildete das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torhüter. Heitersheim verteidigte aufmerksam, unterstützte sich gegenseitig und machte Willstätt die Abschlüsse schwer. Wenn die Gastgeber dennoch durchkamen, war Lennartz wiederholt zur Stelle. Im Angriff nutzten die Löwen ihre Möglichkeiten in dieser entscheidenden Phase konsequent.

 

Willstätt gab sich allerdings noch nicht geschlagen und verkürzte mit zwei schnellen Treffern auf 23:25. Heitersheim reagierte mit einer eigenen Auszeit und fand anschliessend wieder zu erfolgreichen Abschlüssen. Lars Suttner und Corvin Schmälzle stellten den Vier-Tore-Abstand wieder her. Selbst eine Zeitstrafe gegen Schmälzle brachte die Gäste nicht aus dem Rhythmus: Moritz Bermeitinger traf in Unterzahl zum 28:24 und erhöhte nach deren Ablauf auf 29:24.

 

Auch in der Schlussphase liessen die Löwen trotz ihrer knappen Besetzung nicht nach. Jonas Kruck und Lars Suttner sorgten mit weiteren Treffern dafür, dass Willstätt nicht mehr entscheidend herankam. Beim 34:28 knapp eineinhalb Minuten vor dem Ende war die Entscheidung gefallen. Mit der Schlusssirene stand ein 35:30-Erfolg fest – die zweite Halbzeit hatte Heitersheim mit 19:13 für sich entschieden.

 

Erfolgreichste HBL-Werfer waren Jonas Kruck, Lars Suttner und Moritz Bermeitinger mit jeweils acht Treffern. Den Unterschied machte jedoch die geschlossene Leistung: Lennartz gab im Tor Sicherheit, Leslie setzte spielerische Akzente und die gesamte Mannschaft trug den Erfolg mit hoher Einsatzbereitschaft und gegenseitiger Unterstützung.

 

Für die Löwen ist dieser Auswärtssieg zugleich eine Bestätigung der Arbeit unter Selcuk Cinar. Gegen einen starken Gastgeber mit deutlich mehr Wechselmöglichkeiten setzte das Team gerade in den entscheidenden Phasen die gemeinsam erarbeiteten Inhalte um. Der Auftritt in Willstätt zeigt, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt, wenn defensive Stabilität, spielerische Klarheit und Zusammenhalt ineinandergreifen.

 

HBL-Torschützen: Jonas Kruck 8, Lars Suttner 8, Moritz Bermeitinger 8, Corvin Schmälzle 4, Philip Leslie 4, Linus Bredemeyer 2, Veit Bermeitinger 1.


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