HG Müllheim/Neuenburg – HBL Herren I

Zu viele Chancen liegen lassen – Löwen verlieren in Müllheim | 27:21 (15:9)

Die HandBall Löwen Heitersheim verlieren ihre erste Standortbestimmung in der Bezirksoberliga bei der HG Müllheim/Neuenburg mit 27:21. Nach dem Abstieg aus der Landesliga und einem personellen Umbruch suchen beide Mannschaften noch ihren Platz in der neuen Liga. Spielerisch halten die Löwen mit – entscheiden lässt sich die Partie jedoch vor allem an einem Punkt: der Chancenverwertung.

 

MÜLLHEIM. Für beide Mannschaften war dieses Spiel mehr als nur der Auftakt in eine neue Saison. Sowohl die HG Müllheim/Neuenburg als auch die HandBall Löwen Heitersheim mussten nach dem Abstieg aus der Landesliga einen Umbruch bewältigen. Die Bezirksoberliga ist für beide Teams neues Terrain. Entsprechend war die Partie am Samstagabend in Müllheim auch eine erste Standortbestimmung – und das war beiden Mannschaften in den Anfangsminuten anzumerken.

 

Nervös, teilweise hektisch und mit einigen Fehlern starteten die beiden Teams in die Begegnung. Den besseren Umgang mit dieser Nervosität fanden allerdings die Hausherren. Zwar brachte Moritz Bermeitinger die Heitersheimer bereits nach 87 Sekunden mit 1:0 in Führung, doch Müllheim antwortete schnell und setzte sich nach und nach ab.

 

Während die Gastgeber zunehmend Sicherheit fanden, machten sich die Löwen das Leben vor allem selbst schwer. Heitersheim kam durchaus zu seinen Möglichkeiten, spielte sich immer wieder gute Abschlusssituationen heraus – ließ davon jedoch viel zu viele ungenutzt. Insgesamt elf hundertprozentige Torchancen vergaben die Gäste im Verlauf der Partie. Bereits in der Anfangsphase blieb unter anderem ein Siebenmeter ungenutzt.

 

Müllheim zeigte sich vor dem Tor wesentlich konsequenter. Über 5:2 und 9:4 bauten die Gastgeber ihren Vorsprung aus. Löwen-Trainer Cinar und Mannschaft versuchten nach gut 17 Minuten mit einer Auszeit gegenzusteuern, doch an der grundsätzlichen Problematik änderte sich zunächst wenig. Heitersheim investierte viel, kam zu Chancen, belohnte sich aber zu selten. Gleichzeitig kassierten die Gäste auf der anderen Seite zu viele einfache Treffer.

 

Nach 22 Minuten lag Müllheim beim 13:6 erstmals mit sieben Toren vorne. Bis zur Pause konnten die Löwen den Rückstand zumindest etwas stabilisieren, beim Stand von 15:9 ging es in die Kabinen.

 

Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Bild zunächst ähnlich. Heitersheim spielte mit, brachte sich durch ausgelassene Möglichkeiten und defensive Unachtsamkeiten aber immer wieder selbst um die Chance, den Rückstand entscheidend zu verkürzen. Müllheim nutzte diese Fehler konsequent und zog zwischenzeitlich bis auf zehn Tore davon.

 

Bemerkenswert war allerdings, dass die Löwen trotz des deutlichen Rückstands nicht auseinanderfielen. Mitte der zweiten Halbzeit fanden sie offensiv zunehmend bessere Lösungen. Vor allem Veit Bermeitinger setzte mit mehreren Treffern Akzente, auch Philip Leslie, Lars Suttner, Corvin Schmälzle und später Sebastian Loose trugen sich in die Torschützenliste ein.

 

Beim 27:17 gut sieben Minuten vor dem Ende schien die Begegnung längst entschieden. Doch Heitersheim zeigte Moral. Die Löwen ließen in der Schlussphase keinen weiteren Gegentreffer mehr zu und erzielten durch Sebastian Loose, Corvin Schmälzle und Jonas Kruck noch vier Tore. So verkürzten die Gäste bis zur Schlusssirene auf 27:21.

 

Am verdienten Sieg der HG Müllheim/Neuenburg änderte das nichts. Die Hausherren waren an diesem Abend vor allem konsequenter und bestraften die Fehler der Heitersheimer effektiver.

 

Für die Löwen liefert die erste Standortbestimmung dennoch nicht nur negative Erkenntnisse. Das Endergebnis wirkt deutlicher, als es der spielerische Verlauf über weite Strecken vermuten ließ. Heitersheim konnte sich auch unter Druck Chancen herausspielen und zeigte, dass es in der neuen Liga grundsätzlich mithalten kann.

 

Genau dort liegt zugleich der entscheidende Arbeitsauftrag für die kommenden Wochen: Elf ausgelassene Großchancen sind in einem Spiel auf diesem Niveau kaum zu kompensieren. Kommen dazu zu viele einfache Gegentore, wird es schwer, eine solche Begegnung zu gewinnen.

 

Die Erkenntnis aus Müllheim fällt deshalb durchaus differenziert aus: Die Löwen sind in der Bezirksoberliga konkurrenzfähig. Nun müssen sie aus guten Angriffen häufiger Tore machen und defensiv konsequenter werden. Gelingt beides, kann eine Partie wie diese schnell einen völlig anderen Verlauf nehmen.

 

HG Müllheim/Neuenburg – HandBall Löwen Heitersheim 27:21 (15:9).


Es spielten (Tore):


Niklas Meyer (Tor), Jonas Kruck (1), Lars Suttner (4), Helge Kaltenbach, Moritz Bermeitinger (5), Linus Bredemeyer , Marco Suttner, Michael Willmann (Tor), Corvin Schmälzle (2), Philip Leslie (2), Veit Bermeitinger (5), Sebastian Loose (2).




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